Gefühle begleiten uns jeden Tag und sind ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Diese können uns unterstützen, schützen aber auch überfordern. Da jeder unterschiedlich fühlt, kommuniziert und verstanden werden möchte haben wir das Thema „Gefühle“ in unserem Kindergarten Wirbelwind in den Mittelpunkt des pädagogischen Alltags gestellt. Unser Ziel ist es, Kinder dabei zu unterstützen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und mit ihnen umzugehen. Durch das Aufarbeiten und Verstehen der Gefühle möchten wir die psychische Gesundheit von Familien stärken. Deshalb binden wir auch unsere Eltern mit ein. Sie spielen eine wichtige Rolle für ihre Kinder. Sie sind das erste Vorbild und der erste Ansprechpartner im Thema „Emotionsregulation“.
In den vergangenen Monaten haben wir uns intensiv mit den Emotionen Freude, Wut, Trauer und Angst beschäftigt. Im Morgenkreis, mit Bilderbüchern, Geschichten, kreativen Angeboten sowie Bewegungs- und Entspannungsübungen lernten die Kinder die verschiedenen Gefühle kennen. Während bei den jüngeren Kindern der Fokus auf der Gefühlswahrnehmung und das entsprechende Ausdrücken der Emotionen lag, setzten sich die älteren Kinder unseres Kindergartens intensiver mit dem Thema auseinander: Wie fühlt sich die Emotion im Körper an? Was passiert da in mir? Wie drücke ich mich aus? „Mein Herz macht einen Sprung.“, oder „Es fühlt sich so an, wie als würde ein Zug durch meinen Körper fahren.“, sind das Resultat dieser Auseinandersetzung. Eine weitere wichtige Frage war auch: Wie sehe ich, wie es dem Gegenüber gerade geht? So, im Laufe des Projekts, konnten die Kinder feststellen, dass jeder individuell tickt und doch jedes Gefühl willkommen ist.
Bilderbuchbetrachtungen, Bewegungsparcoure, kreative Arbeiten, Lieder, Rückzugsmöglichkeiten und Beruhigungsrituale boten viele Möglichkeiten die Kinder auf verschiedenen Ebenen beim Lernen zu unterstützen. Weitere Angebote wie der „Pflasterpass“ und das Vorschulprojekt „Pappelapapp“ zur Selbstverteidigung rundeten die Lernprozesse bei den Kindern ab.
Durch Elternbriefe, Mitmachaktionen, Hausaufgaben, sowie ein monatliches Beratungsangebot und Workshops zum Thema „Stress“ und „Co-Regulation“ und selbstverständlich dem regelmäßigen Austausch, wurden die Eltern immer wieder mit eingebunden und konnten sich selbst auf eine Reise in ihre Innenwelt begeben.
Auch wir als pädagogisches Team erleben täglich, wie positiv sich die intensive Auseinandersetzung mit Gefühlen auf das Miteinander auswirkt. Die Kinder entwickeln mehr Selbstvertrauen, gehen respektvoller miteinander um und lernen, Konflikte besser zu lösen. Kurz gesagt: Wir sehen eine Entwicklung. Gleichzeitig wird uns gezeigt, dass ein großer Bedarf auf allen Ebenen besteht, sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern, wodurch wir diese Angebote für unser Konzept beibehalten wollen.
Unser Projekt macht deutlich: Gefühle dürfen da sein- alle Gefühle. Wenn Kinder lernen, ihre Emotionen auszudrücken und Erwachsene ihnen dabei aufmerksam und wertschätzend begegnen, schaffen wir gemeinsam eine wichtige Grundlage für ihre emotionale Entwicklung und psychische Gesundheit.
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